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Historie

VSG-Wappen2014VEREIN für SPORT und GESUNDHEIT Wetzlar 1952 e.V.

  • - Behinderten- und Rehabilitationssport -
  • im Hessischen Behinderten- und Reha-Sportverband e.V. (HBRS)
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Aufgrund des 2. Weltkriegs gab es eine Vielzahl von Kriegsversehrten und -geschädigten, die wieder in die Arbeit und die Gesellschaft  integriert werden mussten. Dies konnte am besten durch Sport geschehen, da die Beweglichkeit soweit wie möglich wiederhergestellt werden konnte und damit auch die Lebensfreude zunahm.

Das Bundesministerium für Arbeit beschoss daher am 27. Juni 1951:  “Der Versehrtensport ist als Ausgleichssport auf breiter Basis bezüglich der Art und Betreibung zu fördern, besonders durch die orthopädischen Versorgungsstellen, und in den Versorgungs-, Kranken- und Kuranstalten soll er als Heilmaßnahme durchgeführt werden.”

Dem folgend wurde 1952 der Versehrtensportverein Wetzlar 1952 (VSG Wetzlar) gegründet.

Nach vielen Jahren erfolgreicher Arbeit nahm die Zahl der Kriegsopfer kontinuierlich ab, dafür aber die Zahl der unfall- oder krankheitsbedingten Behinderten zu.  Eine separate Abteilung Koronarsport für Menschen mit Herzerkrankungen wurde gegründet.

Da Bund und Länder 1975 in ihrer Gesetzgebung den Begriff Versehrte durch Behinderte ersetzten, sollte auch der Name des Vereins eine Änderung erfahren. Der Verein erhielt unter Beibehaltung des Kürzels und damit auch des Wappens nun den Namen:

Verein für Sport und Gesundheit Wetzlar 1952 e.V. (VSG Wetzlar 1952 e.V.).

VSG-Wappen2014

2002 konnte das Fest zum 50jährigen Bestehen gefeiert werden, zu dem auch eine Festschrift mit Chronik herausgeben wurde. Hieraus stammt der folgende Auszug (der nur den heutigen Rechtschreibregeln angepasst wurde) aus dem Bericht des Ehrenvorsitzenden Karl Heinz Schmidt. Dieser zeigt auch, unter welch schwierigen Bedingungen in der damaligen Zeit die Vereinsgründung erfolgte.

    “ Nach Ende des 2. Weltkrieges waren 5,25 Mio. Kriegstote zu beklagen.

    Die geschätzte Anzahl derer, die in diesem Krieg verwundet wurden und mit einer Körperbehinderung in die Heimat zurückkehrten, wurde noch weit höher geschätzt. Die Ärzte in den Lazaretten empfahlen den Kriegsbeschädigten dringend, sich durch eine Therapie aus gezielten Bewegungsübungen, Gymnastik und verschiedenen Sportarten fit zu halten. Nur so würden sie sich trotz ihrer körperlichen Behinderungen in der Gesellschaft und im Berufsleben behaupten können. Dies war auch der Grund, dass sich einige junge Kriegsversehrte im Wetzlarer Stadion trafen, um sich langsam wieder an sportliche Betätigungen heranzutasten.

    Es wurde mit leichtathletischen Disziplinen wie Kugelstoßen, Laufen, Weitsprung und Schleuderball begonnen. Die Teilnehmer waren begeistert, dass sie sich trotz ihrer Behinderung wieder am aktiven Sport beteiligen konnten.

    Die medizinische Betreuung und die laufenden Untersuchungen wurden von Herrn Dr. Karl Sell durchgeführt, der noch einige Jahre unermüdlich im Aufbau der VSG beteiligt war. Durch Herrn Dr. Sell wurde auch bekannt, dass im September 1952 ein BUNDES-VERSEHRTEN-SPORTFEST auf der Insel Sylt stattfinde.

    5 Sportkameraden aus Wetzlar: Hermann Engel, Erich Henkel, Franz Sturm, Eduard Wagner und Hans Weller haben an diesem Sportfest und am ausgeschriebenen Mehrkampf teilgenommen. Dabei wurden beachtliche Erfolge erzielt. Für die Aufwendungen mussten die Teilnehmer überwiegend selbst aufkommen. Von der Fürsorgestelle des ehemaligen Landkreises Wetzlar wurde lediglich ein kleiner Zuschuss gewährt.

    Angeregt durch die sportlichen Erfolge, der guten Organisation und dem kameradschaftlichen Umgang mit gleichgesinnten Kriegsversehrten aus der ganzen Bundesrepublik haben diese fünf Sportkameraden noch auf der Insel Sylt die Gründung einer Versehrten-Sportgemeinschaft in Wetzlar beschlossen. Dieser Beschluss ist die Geburtsstunde der VSG Wetzlar.

    Nach Wetzlar zurückgekehrt wurde weitere Kriegsversehrte angesprochen und zu einer konstituierenden Versammlung am 3. Oktober 1952 in die Gaststätte Westfälischer Hof eingeladen. Dieser Versammlung ging einige Tage vorher noch einmal ein Treffen mit den 5 Sportkameraden und den Herren Dr. Sell und Stender voraus. Der Beschluss auf der Insel Sylt zur Gründung einer Versehrten-Sportgemeinschaft wurde nochmals bekräftigt. Gleichzeitig wurden bei diesem Treffen die Richtlinien für die konstituierende Versammlung festgelegt.

    Zur Versammlung waren 22 Kameraden gekommen, die vom federführenden Sportkameraden Hermann Engel begrüßt wurden. Im Anschluss referierten die Herren Dr. Sell, Stender und Heinz Wenzel, die alle eine andere Meinung vertraten. Es wurde kontrovers darüber diskutiert, ob sich der neue Verein dem Turnverein Wetzlar oder dem VdK anschließen oder ob eine selbstständige Sportgemeinschaft gegründet werden sollte. Dr. Sell fasste die Diskussionsbeiträge zusammen und schlug die Gründung einer selbstständigen Versehrten-Sportgemeinschaft mit eigenem Vorstand vor. Diese Anregung wurde angenommen und auf Vorschlag von Dr. Sell der Sportkamerad Hermann Engel zum 1. Vorsitzenden des neuen Vereins nominiert. In den geschäftsführenden Vorstand der Versehrten-Sportgemeinschaft wurden sodann jeweils einstimmig gewählt:

1. Vorsitzender

Hermann Engel

2. Vorsitzender und Sportwart

Kamerad Stender

Eduard Wagner

Kassierer

Franz Sturm

Schriftführer

Hans Weller

Schwimmwart

Ludwig Kirschke

    Bevor die VSG Wetzlar unter der Kenn-Nr. 13206 selbstständiges Mitglied im Landessportbund Hessen wurde, bestand mit dem Turnverein Wetzlar ein Kooperationsvertrag, wodurch die Sportler versicherungsrechtlich abgesichert waren.

    Für die Beschaffung der erforderlichen Büromaterialien, die für die Verwaltungsarbeit im Verein benötigt wurden, war noch keine einzige Mark in der Vereinskasse. Der Kassierer und Idealist Franz Sturm hatte eine private Spende von 100,- DM zur Verfügung gestellt, sodass die ersten finanziellen Hürden genommen werden konnten. Der erste monatliche Beitrag betrug DM 0,30. Das Inkasso wurde durch den Kameraden Joachim Lippich durchgeführt, der als Einziger zu dieser Zeit bereits motorisiert war.

    In sportlicher Hinsicht knüpfte man zunächst an die leichtathletischen Disziplinen an, die ein kleiner Kreis  von Sportkameraden bereits vor der Vereinsgründung auf dem Freizeitgelände in Wetzlar durchgeführt hatte. Die Zahl der Mitglieder stieg von Monat zu Monat.

    Um der speziellen Interessen und Neigungen der Mitglieder gerecht zu werden, wurden innerhalb der VSG nach und nach verschiedene Sportabteilungen eingerichtet...............

    Naturgemäß hat die Zahl der zivilen Behinderten merklich zugenommen. Von 1978 an wurden auf Anregung des HBRS dieser Personenkreis gerne aufgenommen und in die bestehenden Sportgruppen integriert. ”

 

Der Verein widmet sich heute in einer Vielzahl von Gruppen vor allem der Rehabilitation, der Integration und der Gesunderhaltung von Behinderten. Die jährliche Abnahme des Deutschen Sportabzeichens, die Teilnahme an Wettkämpfen im Kegeln und Bosseln und das freundschaftliche Miteinander sind Garant für die erfolgreiche Arbeit.

Im November 2012 konnte der Verein auf 60 Jahre erfolgreicher Arbeit zurückblicken. Dies wurde sowohl von der Stadt Wetzlar, als auch durch den HBRS ausgiebig gewürdigt. Eine akademische Feier rundete das Jubiläumsjahr ab. Dazu liegt ein ausführlicher Bericht mit Bildern im “Archiv” vor.

Nach etlichen Jahren musste auch den vielen Rückenkranken eine Reha-Maßnahme gewidmet werden: Eine Rückenschule wurde jetzt angeboten.

Im Mai 2017 kam zu den bereits vorhandenen Reha-Gruppen eine Abteilung für neurologische Erkrankungen, wie MS, Parkinson, Schlaganfall u.ä. dazu.
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